Chronik
DIE FIRMENCHRONIK
1897 gründete Leopold Reigl die Sodawassererzeugung auf dem Standort Wien VI, Kostnergasse 20, wo er schon seit 1889 eine Gastwirtschaft betrieb.
1900 verlegte Leopold Reigl den vielversprechenden neuen Geschäftszweig sowie das Gasthaus nach Wien XV, Mariahilfer Straße 191. An diesem Standort übernahm im Jahre
1901 seine Ehefrau Katharina (geborene Gugumuck) die Leitung der Sodawassererzeugung, während Leopold das Gasthaus noch bis 1904 betrieb. Auch dieser Standort dürfte für das aufstrebende junge Unternehmen zu eng geworden sein, denn im Jahre
1904 verlegte Katharina Reigl die Sodawassererzeugung nach Wien XIII, Hustergasse 7, die sie ab 1905 gemeinsam mit ihrem Mann Leopold bis zu dessen Tod 1917 und danach allein weiter fortführte. Ihre Tochter Anna Reigl - geboren 1881 und mittlerweile seit 1902 mit Rudolf Ammersin verheiratet - arbeitete im elterlichen Betrieb mit. Anlässlich der I. Internationalen Ausstellung für Handel, Gewerbe und Soziale Hygiene in Karlsbad im Jahre
1908 wurde Katharina Reigl mit der Großen Goldenen Medaille für die Erzeugung von Sodawasser ausgezeichnet. verliehen wurde. Rudolf Ammersin, im Baugewerbe tätig, verlegte
1912 seinen Betrieb ebenfalls in die Hustergasse 7 und wurde dort ab 1913 Liegenschaftseigentümer.
1919 übersiedelten beide Unternehmen - Reigl und Ammersin - in die größere Kuefsteingasse 13, Wien XIII. An diesem Standort scheint ebenfalls Rudolf Ammersin ab 1920 als Liegenschaftseigentümer auf.
1925 nach dem Tod von Katharina Reigl übernahmen ihre Tochter Anna Ammersin und deren Ehemann Rudolf die Sodawassererzeugung. Nach seinem Ableben im August
1932 führte Anna Ammersin die Sodawassererzeugung gemeinsam mit ihrem Sohn Rudolf weiter. Rudolf Ammersin heiratete am 14.8.1934 Helene, geborene Matauschek.
1936 wurde eine neue Konzession, lautend auf Rudolf Ammersin, zur Erzeugung von Sodawasser mit und ohne Zusatz von Fruchtsäften erteilt. Rudolf übernahm den Betrieb zur Gänze.
1940, am 22.11. erwarben die Eheleute Rudolf und Helene Ammersin für den erfolgversprechenden Betrieb die Liegenschaft in Wien XIII, Speisingerstrasse 31 - 33 und etablierten
1941 am 19. März die Sodawasser- und Kracherlerzeugung auf diesem neuen Standort. In den folgenden Kriegsjahren führte Helene Ammersin das Unternehmen weiter und die Erzeugnisse mussten mit firmeneigenem Pferdefuhrwerk ausgeliefert werden.
1948 erfolgte der Wiederaufbau nach den Kriegswirren mit Investitionen für Maschinen und Fuhrparkerneuerung.
1954 wurde der Lizenzvertrag zur Abfüllung und Vertrieb von Frucade für den Großraum Wien abgeschlossen.
1958 traten Tochter Helene und Schwiegersohn Eugen Fritsch als Angestellte in das Unternehmen ein. Mit Beginn des Jahres
1959 wurde der Lizenzvertrag zur Abfüllung und Vertrieb von Almdudler unterzeichnet. Die folgenden zehn Jahre waren von einer enormen expansiven Entwicklung gekennzeichnet. Der Betrieb wurde baulich, logistisch und maschinell den zeitgemäßen Erfordernissen angepasst.
1964 erfolgte die Übernahme der Badener Peregriniquelle. Die Abfüllung und der Vertrieb der Peregrinilimonaden und des Mineralwassers wurde 1965 gestartet.
1968 am 10.11. Tod von Rudolf Ammersin und das Unternehmen ging auf Tochter Helene Fritsch über. Daraus resultierte die Umwandlung von Einzelfirma in eine Personengesellschaft.
1975 erfolgte die Lohnabfüllung für Sinalco.
1976 wurde das Unternehmen von einer Personengesellschaft (OHG) in eine Kapitalgesellschaft (GmbH) unmgewandelt.
1981 Entsprechend dem Trend entstand am Standort Wien XIII, Speisingerstrasse 31 ein Getränkeshop, der sich innerhalb kürzester Zeit bewährte. Im gleichen Jahr wurde der Pachtvertrag für die Peregriniquelle an die Stadtgemeinde Baden zurückgelegt.
1983 konnte die Verkaufsfläche im Getränkeshop durch die Ablöse des Trafos erweitert werden.
1988 Hinsichtlich Betriebsumfang und Platzangebot musste entschieden werden: entweder Getränkeshop und Schwerpunkt Handel mit Getränken oder Aufrechterhaltung der Produktion. Die Entscheidung fiel zugunsten des Handels. Die Limonaden-Produktion mit Ausnahme von Sodawasser wurde eingestellt, da die Marken ebenso günstig zugekauft wie selbst produziert werden konnten. So wurden einerseits Lagerplatz und andererseits Energien gewonnen. Ab
1989 arbeitete Tochter Sigrid im Unternehmen mit.
1998 verstarben in kurzer Folge Eugen Fritsch und Helene Ammersin. Beide haben in unermüdlicher Tätigkeit ihr Lebenswerk dem Betrieb gewidmet und damit entscheidend zum Erfolg des Unternehmens beigetragen.
1999 Sigrid Wiegand trat die Nachfolge im Unternehmen R. Ammersin GmbH an.
2002 Fast genau 60 Jahre nach der letzten Betriebsverlegung erfolgte die Übersiedlung des mittlerweile für das Speisinger Betriebsareal zu klein gewordenen Getränkevertriebes in die Triesterstraße 336, Wien XXIII. Im Speisinger Betrieb verblieb der Getränkeshop und die Sodawassererzeugung.
2010 Neuerlicher Umzug des Getränkegroßhandels in einen weitaus größeren und moderneren Standort nach Brunn am Gebirge und Stilllegung des Betriebes in der Triesterstraße.
(Quellen: Überlieferte Dokumente, Tauf-, Heirats- und Totenscheine, Wienbibliothek im Rathaus, Lehmanns Adressen u. Branchenverzeichnis der Jahre 1875 bis 1942, Amtliches Wiener Telefonverzeichnis der Jahre 1900 bis 1942).